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50 Jahre DPG – Festveranstaltung am 21.11.2025, Verleihung des Dialog-Preises 2025 mit anschließendem Empfang

Am 21. November feierte die Deutsch-Polnischen Gesellschaft (DPG) Bremen im Bremer Rathaus das 50-jährige Bestehen mit 250 Gästen. Am 18. Dezember 1975 wurde die Deutsch-Polnische Gesellschaft Bremen e.V. gegründet – ein Datum, das tief mit der Vision von Hans Koschnick und seiner Frau Christine verbunden ist. Sie sahen in der Partnerschaft zwischen unseren Nationen nicht nur eine formale Beziehung, sondern vor allem eine Gemeinschaft von Menschen, deren Zusammenarbeit und Freundschaft Brücken bauen sollte. Zwischen Bremen und Danzig gibt es seit 50 Jahren ein besonders enges Band. Der Empfang war zugleich der Auftakt zu den Feierlichkeiten anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Städtepartnerschaft Danzig-Bremen im kommenden Jahr. Heute blicken wir mit Stolz auf die Früchte dieser Vision Die Bedeutung der DPG bildet sich dabei auch darin ab, dass seit ihrer Gründung alle Bürgermeister und Präsidentinnen und Präsidenten der Bürgerschaft Mitglieder der Deutsch-Polnischen Gesellschaft sind.

Die Bürgerschaftspräsidentin Antje Grotheer begrüßte die Gäste in Vertretung von Bürgermeister Andreas Bovenschulte. In ihrem Grußwort unterstrich sie:

Die Deutsch-Polnische Gesellschaft ist heute wichtiger denn je. In Zeiten eines erstarkenden Nationalismus, in denen ein Europa der offenen Grenzen mehr denn je in Frage gestellt wird, in denen wir Kriege in direkter Nachbarschaft erleben und der Friede in Europa, an den wir uns so sehr gewöhnt haben, gefährdet ist, braucht es Menschen, die an Dialog und Austausch, die an Völkerverständigung glauben.

Die Bürgerschaftspräsidentin betonte zudem, dass es das Europa, wie wir es heute kennen, vermutlich nicht ohne jene Visionärinnen und Visionäre gegeben hätte, die nach dem Krieg gegen Kritik und Widerstände an die Versöhnung der Nachbarn glaubten und sich dafür einsetzten. Diese Idee und Überzeugung gelte es, auch in die Zukunft zu tragen und zum Vorbild zu nehmen.

Katarzyna Weichert, die Vorsitzende der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Bremen betonte in ihrer Rede:

Fünfzig Jahre DPG Bremen. Das ist mehr als ein Jubiläum. Sie zeigen, wie viel in dieser Zeit entstanden ist – und wie eng wir miteinander verbunden sind.
Wenn wir auf fünf Jahrzehnte zurückschauen, sehen wir keine Jahreszahlen, wir sehen Menschen, Begegnungen und Geschichten.
Viele kleine und große Momente, in denen Verständigung lebendig wurde – auf Reisen, in Gesprächen, in Diskussionen, aber auch in Meinungsverschiedenheiten, aus denen am Ende Brücken entstanden sind.

Man könnte denken, ein Jubiläum sei vor allem ein Blick zurück.
Aber die DPG zeigt, dass Tradition und Erneuerung zusammengehören. Gerade in diesem Jahr spüren wir, wie viel Bewegung und Gestaltungswillen in uns steckt.
Die deutsch-polnischen Beziehungen verändern sich ständig – und wir gestalten diesen Wandel aktiv mit. Wir greifen Themen auf, die heute wichtig sind: gesellschaftliche Entwicklungen, europäische Fragen, neue Perspektiven und die Stimmen der jungen Generation. Bei uns kommen Menschen zusammen, die Ideen entwickeln, wie diese Partnerschaft in Zukunft aussehen kann.
Unsere Gesellschaft schafft Raum für Austausch, Begegnung und gemeinsame Projekte. Dort, wo Menschen einander begegnen, entsteht Vertrauen – und dort wachsen die Projekte, die unsere Städtepartnerschaft im Alltag lebendig machen.
Es erfüllt mich mit Stolz, dass die Deutsch-Polnischen Gesellschaften seit Jahrzehnten Brücken bauen – Brücken hin zu einem gemeinsamen Europa.
Unser Motto „Gemeinsame Horizonte“ bringt gut auf den Punkt, wofür wir stehen: gemeinsam nach vorne schauen, offenbleiben und einander die Hand reichen.

Herzliche und wegweisende Grußworte erhielt die DPG Bremen weiter vom Geschäftsträger ad interim der Botschaft der Republik Polen in Deutschland Jan Tombiński, der stellv. Stadtpräsidentin von Gdańsk Monika Chabior, der Vorsitzenden des Landesverbandes der Polnisch-Deutschen Gesellschaften in Polen Aleksandra Burdziej und der Vorstandsvorsitzenden des Bundesverbandes der Deutsch-Polnischen Gesellschaften Simona Koß.

„Dialog-Preis 2025“ für Dr. Matthias Kneip

Ein Höhepunkt des Abends war die Verleihung des diesjährigen DIALOG-Preises im Bremer Rathaus. Mit dieser Auszeichnung würdigt der Bundesverband (dpgb) Persönlichkeiten, deren engagierte Arbeit den deutsch-polnischen Austausch nachhaltig prägt. In diesem Jahr ging der Preis an Dr. Matthias Kneip, dessen literarisches und publizistisches Wirken seit Jahren Menschen in beiden Ländern miteinander verbindet. Die Verleihung im feierlichen Rahmen hat noch einmal verdeutlicht, welche zentrale Rolle der DIALOG-Preis für unsere gemeinsame Arbeit spielt: Er macht diejenigen sichtbar, die oft im Hintergrund, dafür aber umso nachhaltiger Brücken bauen – zwischen Menschen, Sprachen, Kulturen und politischen Realitäten.

Es erfolgte eine Ehrung verdienter und langjähriger Mitglieder der DPG Bremen und der Partnerorganisationen aus Polen, ein Kurzfilm über die DPG Bremen, ein mitreißender Chorauftritt und ein anschließender Empfang mit polnischen Spezialitäten.